Mann und Frau in Sportkleidung vor blauem Hintergrund.

Menschen­rechte und nachhaltiges Lieferketten­management

Wir berücksichtigen Nachhaltigkeitskriterien in unseren Einkaufsvorgängen und setzen uns für ökologische, soziale und menschenrechtliche Standards in der Lieferkette ein.

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Strategie

Menschenrechte schützen, Risiken mindern

Um die Achtung der Menschenrechte wirksam in unserem Konzern und in den eigenen Geschäftsaktivitäten zu verankern, arbeiten wir mit unserem Due-Diligence-Prozess zum Schutz der Menschenrechte. Der Prozess setzt die Anforderungen internationaler Rahmenwerke, wie den UN-Leitprinzipien und den OECD-Leitsätzen, sowie gesetzlichen Vorgaben, wie dem Lieferketten­sorgfalts­pflichtengesetz (LkSG), um. Die sechs Bausteine des Prozesses sind auf der O2 Telefónica-Website für Menschenrechte beschrieben. Zudem haben wir ein umfassendes Lieferkettenmanagement etabliert.

Es stützt sich auf vier Hebel:

  • die frühzeitige Identifikation von Risiken
  • gezielte Zusammenarbeit mit Lieferanten zur Förderung sozialer Standards
  • Prävention durch Sensibilisierung
  • Transparenz und Monitoring

Wir verpflichten unsere Lieferanten zur Einhaltung klarer Mindestanforderungen, führen Risikoanalysen durch und ergänzen diese durch kontinuierliches Monitoring. Auf Basis der Ergebnisse setzen wir gezielte Maßnahmen um und stellen beispielsweise ein Online-Training zur Verfügung, um die Menschenrechtsstandards stärker in den Prozessen zu verankern. Für Hinweise zu möglichen Verstößen stehen mehrsprachige Beschwerdekanäle, ein Human-Rights-Postfach sowie unabhängige Ombudspersonen zur Verfügung. Abhilfemaßnahmen erfolgen im Rahmen unseres Due-Diligence-Prozesses. Ziel ist es, gesetzliche Anforderungen einzuhalten, Risiken zu reduzieren und unser Werteverständnis in der Praxis umzusetzen.

Detaillierte Informationen zu den vier Schritten des Managements der Lieferantenbeziehungen finden Sie in unserem Geschäftsbericht 2024 (ab Seite 129).

Richtlinien

Wir folgen verbindliche Standards

Neben den Geschäftsgrundsätzen definiert die Richtlinie Menschenrechte den Anspruch, internationale Standards, wie die UN-Leitprinzipien, die OECD-Leitsätze und ILO-Normen, in unsere Prozessen zu integrieren sowie menschenrechtliche Risiken systematisch zu identifizieren und angemessen zu mindern. Sie wird flankiert durch das Commitment zu Kinderrechten, das sich auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen fokussiert und sich an den UNICEF Grundsätzen Kinderrechte und unternehmerisches Handeln orientiert.

Die O2 Telefónica Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte erläutert unsere Handlungsfelder und bekräftigt unser Bekenntnis zu fairen Arbeitsbedingungen. Sie formuliert Anforderungen zur Vermeidung von Kinder- und Zwangsarbeit sowie Diskriminierung, unterstützt die Einbindung von Arbeitnehmervertretungen und erläutert den Due-Diligence-Prozess als zentrales Element zur Überwachung der Umsetzung dieser Richtlinien.

Unsere Supply Chain Sustainability Policy ist ein verbindlicher Verhaltenskodex für Lieferanten und gilt für den Einkauf von Produkten und Dienstleistungen. Sie legt klare ökologische, soziale und ethische Mindeststandards fest, darunter insbesondere Menschen- und Arbeitsrechte, Umwelt- und Klimaschutz, Integrität im Geschäftsverhalten sowie Datenschutz. Die direkten Lieferanten sind angehalten, auch ihre Subunternehmen vertraglich zur Einhaltung vergleichbarer Standards und Regelungen zu verpflichten.

So verfolgen wir das Ziel, gemeinsam mit unseren Lieferanten resiliente und wettbewerbsfähige Lieferketten zu fördern.

Ziele

Bis Ende 2025 strebten wir an, dass

  • nahezu alle potenziellen Hochrisiko-Lieferanten der O2 Telefónica mit Self-Assessments zu ESG-Aspekten überprüft wurden,
  • der Anteil gelöster Beschwerden und Hinweise zu Menschenrechtsthemen bei 100 % liegt.

Performance

Fortschritte, aber auch Handlungsbedarf

  • 2025 lag der Anteil der potenziellen Hochrisikolieferanten, die ein ESG-Self-Assessment durchgeführt haben, bei 100 % (2024: 78 %).

  • Der Anteil der gelösten Hinweise und Beschwerden zu Menschenrechtsthemen belief sich wie im Vorjahr auf 100 %.

Maßnahmen

Governance, Risikomanagement und Transparenz: So setzen wir Verantwortung um

Wir handeln im Einklang mit geltenden Gesetzen: Unser Due-Diligence-Prozess zum Schutz der Menschenrechte ermöglicht es, menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken und Verstöße frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um diese zu verhindern, zu mindern oder – sofern bereits eingetreten – Abhilfemaßnahmen einzuleiten.

Bearbeitung von Hinweisen und Beschwerden: Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen können menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken oder Verstöße melden. Alle relevanten Informationen finden sich auf unserer Webseite zum Hinweisgeberverfahren, die wir 2025 durch leicht verständliche Sprache und Infografiken für alle Stakeholder weiter zugänglicher gestaltet haben.

Kontrolle in Hochrisikoländern: Im Rahmen der Joint Alliance for CSR (JAC) führt die Telefónica, S.A. Group regelmäßige Audits bei Lieferanten durch. Diese prüfen die Einhaltung zentraler sozialer und arbeitsrechtlicher Standards, darunter faire Arbeitsbedingungen einschließlich angemessener Löhne und Arbeitszeiten sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Die Audits definieren zudem notwendige Korrekturmaßnahmen, um identifizierte Risiken gezielt zu adressieren. Als Tochtergesellschaft der Telefónica, S.A. Group sind wir Teil der JAC und verfügen über direkten Zugang zu den Ergebnissen der Lieferantenaudits.

Zusammenarbeit mit Lieferanten: Nahezu 100 % der 2025 beauftragten Lieferanten, die über das Einkaufssystem abgewickelt wurden, haben sich zur Einhaltung der Supply Chain Sustainability Policy verpflichtet. Ergänzend setzen wir im Rahmen der jährlichen Risikoanalyse standardisierte Fragebögen für Hochrisikolieferanten ein, um die identifizierten prioritären Risiken zu erfassen. Diese Risiken umfassten im Jahr 2025: unangemessene Löhne, Ungleichbehandlung in der Beschäftigung, Missachtung der Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Tarifverhandlungen sowie mangelhafte Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Durch den Dialog mit den Lieferanten präzisieren wir unsere Erwartungen zu Arbeitsbedingungen und Beschäftigungsstabilität.

Lieferantenmonitoring: Durch KI-gestütztes Screening identifizieren wir frühzeitig Risiken und kritische Ereignisse in der Wertschöpfungskette (siehe Abschnitt Business Value) und leiten bei Bedarf Maßnahmen ein.

Überprüfung interner Prozesse und Schulungen: Wir überprüfen kontinuierlich die Governance-Strukturen und Prozesse, um Transparenz und menschenrechtliche Sorgfalt zu verbessern. Regelmäßige Online-Trainings für Mitarbeitende und Lieferanten unterstützen die Umsetzung des LkSG.

Business Value

Für nachhaltige Partnerschaft: Echtzeit-Überwachung der Lieferkette

Wir haben unser KI-basiertes Lieferantenscreening weiterentwickelt, um Risiken in der Lieferkette transparent und effizient zu bewerten. Mithilfe moderner KI-Modelle analysieren wir Informationen aus Nachrichten, Social Media und vertrauens­würdigen Quellen in mehr als 180 Sprachen. So erkennen wir potenzielle Menschenrechts- oder Umweltverstöße frühzeitig und leiten kritische Hinweise in Echtzeit an den Einkauf weiter. Durch kontinuierliche Anpassung auf Basis von Nutzerfeedback stellen wir die Qualität der Risikoerkennung sicher.

Mithilfe eines KI-gestützten Lieferantenmonitorings zielen wir auf Transparenz und Sicherheit in der direkten Lieferkette. Wir tragen zur Unterstützung fairer und umweltfreundlicher Bedingungen bei der Herstellung von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen bei, wollen Ausfall‑ und Compliance‑Risiken reduzieren und die ESG‑Konformität stärken. So verfolgen wir das Ziel, Lieferanten zu verlässlichen Partnern zu entwickeln sowie durch Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit Mehrwert zu schaffen.

Nächste Schritte

Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht konsequent vorantreiben

Wir lösen alle Hinweise und Beschwerden verantwortungsvoll, wollen die Quote der ESG-Self-Assessments bei Hochrisikolieferanten auf nahezu 100 % stabil halten und bauen KI-gestützte Systeme für Risikoanalysen weiter aus. Zudem intensivieren wir Sensibilisierungsmaßnahmen für interne Teams und Lieferanten, um internationale Standards konsequent umzusetzen.