Strategie
Risiken managen, Emissionen senken – Klimaschutz braucht beides
Klimaschutz bedeutet für uns mehr als Anpassung. Wir wollen aktiv handeln und setzen dabei auf zwei zentrale Hebel, um dem Klimawandel proaktiv zu begegnen:
Zum einen passen wir uns an die Klimarisiken an. Wir prüfen kontinuierlich Standorte, Prozesse und Infrastruktur auf physische Risiken wie Extremwetterereignisse sowie auf chronische Risiken wie Temperaturveränderungen. Zusätzlich führen wir gemäß europäischen Berichtspflichten und TCFD-Standards Klimaszenarioanalysen durch, um Chancen und Risiken systematisch zu bewerten und so die Stabilität unserer Netze zu stärken.
Zuletzt wurde eine solche Analyse im Geschäftsjahr 2024 durch die Telefónica S.A. Group durchgeführt, die auch die Telefónica Deutschland Gruppe umfasste. Ziel war es, physische Risiken sowie Übergangsrisiken und ‑chancen im Zusammenhang mit der Transformation zu einer emissionsarmen Wirtschaft systematisch zu bewerten. Die Analyse berücksichtigte die geografischen Besonderheiten des deutschen Marktes und drei Zeithorizonte (kurz-, mittel-, langfristig), um die Auswirkungen auf Infrastruktur, Energieverbrauch und regulatorische Anforderungen zu prüfen. Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse finden Sie im Geschäftsbericht 2024 ab Seite 52).
Darauf aufbauend hat unser Mutterkonzern einen Transitionsplan entwickelt, der auch für uns gilt. Er definiert konkrete Dekarbonisierungshebel und Zwischenziele für jeweils drei bis fünf Jahre, um das Netto-Null-Ziel bis 2040 zu erreichen. Die Umsetzung erfolgt entlang von sechs strategischen Modellen:
- Optimierung interner Prozesse und Umstellung auf erneuerbare Energien
- Stärkung der Klimaresilienz
- Reduktion von Scope-3-Emissionen durch Lieferantenkooperation und Kreislaufwirtschaft
- Förderung digitaler Lösungen für Kundinnen und Kunden
- nachhaltige Finanzierung inklusive Green Bonds
- Integration der Klimaziele in Governance und Vergütungssysteme.
Ergänzend setzen wir auf transparente Kommunikation, Schulungen und Partnerschaften, um eine Kultur der Klimaverantwortung zu fördern. Lesen Sie mehr über unseren Transistionplan im Geschäftsbericht 2024 ab Seite 73.
Zum anderen setzen wir neben Anpassungsmaßnahmen auf die kontinuierliche Senkung unserer Treibhausgasemissionen – ein zentraler Hebel, um die CO2-Bilanz zu verbessern und die Energiewende durch konkrete Maßnahmen zu fördern. Darüber hinaus leisten wir einen messbaren Beitrag zur Dekarbonisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette: sowohl im eigenen Geschäftsbetrieb (Scope 1 und 2) als auch in der Lieferkette (Scope 3). Detaillierte Informationen zur Methodik sind bei unserem Mutterkonzern Telefónica, S.A. Group zu finden; unsere Maßnahmen zur Reduktion unserer energiebedingten Treibhausgasemissionen werden im Kapitel Energie beschrieben. Alle Kennzahlen sind in unserem interaktiven Kennzahlentool verfügbar.
Mit dieser Strategie reagieren wir nicht nur auf potenzielle Schäden durch Extremwetter oder steigende Kosten im Rahmen der Transformation, sondern nutzen auch Chancen, die sich aus der Entwicklung von Produkten und Services mit geringeren Umweltwirkungen ergeben. Zudem stellen wir digitale Lösungen bereit, die die Dekarbonisierung anderer Sektoren unterstützen können.
Richtlinien
Wir verpflichten uns zu Emissionsreduktion und nachhaltiger Beschaffung
Unsere Umwelt- und Energie-Policy bildet die Grundlage für alle Maßnahmen zur Emissionsreduktion und ist im Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 verankert. Für Lieferbeziehungen gilt die Beschaffungsrichtlinie für geringen CO2-Ausstoß, die Umweltkriterien in der Auswahl von Produkten und Lieferanten verankert sowie die Supply Chain Sustainability Policy. Sie macht Vorgaben zum Klimamanagement für Lieferanten inklusive wissenschaftlich fundierter Emissionsreduktionsziele relevanter Scope-3-Emissionen gemäß 1,5-Grad-Szenario.
Ziele
Unser übergreifendes Ziel sind Netto-Null-Emissionen bis 2040 über die gesamte Wertschöpfungskette (inkl. Scope 3) hinweg. Dazu haben wir Zwischenziele definiert. Diese Reduktionsziele orientieren sich an den Vorgaben des Mutterkonzerns Telefónica, S.A. Group, dem ersten Telekommunikationsunternehmen mit Klimazielen, die von der Science Based Targets Initiative (SBTi) bestätigt wurden.
Bis Ende 2025 waren unsere Ziele bei
- Scope 1 und 2: Reduktion der CO2-Emissionen um 95 % gegenüber dem Basisjahr 2015
- Scope 3: Reduktion der CO2-Emissionen um 39 % im Vergleich zu 2016
Ab 2025 werden alle verbleibenden und unvermeidbaren Scope-1- und -2-Emissionen (marktbasiert) durch CO2-Zertifikate kompensiert.
Zusätzlich leisten wir durch den Ausbau von 5G und die Einführung digitaler Lösungen wie Smart Grids und IoT einen messbaren Beitrag zur CO2-Reduktion in Wirtschaft und Gesellschaft.
Performance
Unsere Emissionen im Überblick
- Unsere Scope-1- und -2-Emissionen wurden bis Ende 2025 um -97,5 % gegenüber dem Basisjahr 2015 reduziert (2024: -97 %).
- Unsere Scope-3-Emissionen wurden im Jahr 2025 um -18 % gegenüber 2016 reduziert (2024: -24,4 %).
- Wir haben 2025 bereits 100 % (4.535 t CO2e) der verbleibenden Emissionen zertifiziert kompensiert (2024: 80 %).
Maßnahmen
Mehr Resilienz und weniger Emissionen
Drei Ansätze zur Reduktion von Emissionen: Zur Reduktion der Scope-1- und -2-Emissionen setzen wir auf Energieeffizienz, den Ausbau erneuerbarer Energiequellen und Maßnahmen der Kreislaufwirtschaft (siehe Kapitel Energie und Kreislaufwirtschaft).
Ein wesentlicher Anteil der Scope-1-Emissionen entsteht durch Firmenfahrzeuge. Daher haben wir 2024 unsere Dienstwagenregelungen sowie die E-Auto-Policy angepasst, um die CO2-Emissionen zu reduzieren und die Elektrifizierung der Flotte voranzutreiben. An unseren Antennenstandorten stellen wir schrittweise auf Freikühlung um, um klimaschädliche Gase zu verringern. Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, gleichen wir über zertifizierte Klimaschutzprojekte aus, die nach international anerkannten Standards wie Verra (VCS) geprüft sind.
2025 lag der Fokus auf der Optimierung unserer Cloud-Ressourcen, etwa durch Rightsizing für eine bedarfsgerechte Ressourcennutzung.
In der Lieferkette können wir Emissionen reduzieren, indem wir nachhaltige Beschaffungskriterien anwenden und die CO2-Kosten bei bestimmten Produktkategorien in die Auswahl einbeziehen.
Hardware und Prozesse neu denken: Bereits im Designprozess achten wir auf die CO2-Bilanz der Produkte, setzen verstärkt Recyclingmaterial ein und gestalten Verpackungen ressourceneffizienter – beispielsweise mit neuen Routern im Rahmen des „Circular Router Project“ (siehe Kapitel Kreislaufwirtschaft).
Wir stärken unsere Resilienz: Wir bleiben auch in Krisen handlungsfähig: Das Business Continuity Management (BCM) sorgt dafür, dass wir bei Naturereignissen, Störungen oder Notfällen arbeitsfähig bleiben. Als Teil der IT-Notfallplanung setzen wir zum Beispiel Notstromaggregate ein, damit IT und Netzwerke stabil bleiben.
An Mobilfunkstandorten nutzen wir robuste Außengehäuse (SSCs), die nach ETSI-Norm 300019-1-4 geprüft sind. Sie schützen wichtige Technik wie Stromversorgung und Steuerung vor Hitze, Regen und extremen Bedingungen – und erhöhen damit die Betriebsstabilität an Außenstandorten.
Business Value
Intelligente Lösungen für die Zukunftsfähigkeit unserer Kundinnen und Kunden
Mit IoT- und Cloud-Lösungen tragen wir zu Energieeffizienz und ressourceneffizienter Nutzung bei. Unsere Netzinfrastruktur nutzt Strom aus erneuerbaren Energiequellen und unterstützt die Reduktion des CO2-Fußabdrucks. Durch IoT- und Cloud-Services können Prozesse energieeffizient gesteuert und Ressourcen bedarfsgerecht eingesetzt werden, um Emissionen zu reduzieren. So möchten wir nachhaltige Konnektivität mit geringeren Umweltwirkungen schaffen und die Dekarbonisierung entlang der Wertschöpfungskette vorantreiben (siehe Maßnahmen im Kapitel Energie und Klima sowie online über unser interaktives Kennzahlentool).
Nächste Schritte
Wir treiben die Dekarbonisierung voran
Unser Weg führt zu Netto-Null bis 2040. Nach der erfolgreichen Reduktion der Scope-1- und -2-Emissionen bis Ende 2025 fokussieren wir Scope 3. Wir möchten Dekarbonisierung in der Wertschöpfungskette vorantreiben und planen neue Zwischenziele bis 2030. Ein Pilotprojekt kombiniert einen internen CO2-Preis mit Produktdaten unserer Lieferanten. So legen wir die Grundlage für eine Beschaffung, die Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit verbindet.